Christoph Nichelmann (1717-1762)

„Der letzte Entzweck dieser durch die Kunst veranstalteten verschiedenen Mischungen und Verbindungen der Töne, geht dahin, das Gemüth, mittelst der dadurch auf die sinnlichen Werkzeuge des Gehöres verursachten verschiedenen Rührungen, einzunehmen, die sämmtlichen Kräfte desselben beschäftiget zu halten, und durch die Reinigung der Leidenschaften und Affecten, den innerlichen Wohlstand des Gemüths zu befördern."


 „Das Herz ist die Quelle aller wahren Vergnügungen, und wenn dieses nicht gerühret ist, so ist es vergebens, dem Sinn zu schmeicheln, wir bleiben dabey gleichgültig und unbewegt.“ 

 

„Nichts ist schlimmer, als eine Musik, die durch kein besonderes Abzeichen von einer anderen ihres gleichen, unterschieden ist.“



„Die unterschiedlichen Eigenschaften der klingenden Körper, tragen annoch ein großes bey, um die Kraft des musikalischen Ausdruckes zu erheben, und zu verstärken. [...] Keiner aber greifet uns mehr uns stärker an, als der Ton der Menschen-Stimme, als des Musters aller klingenden Werckzeuge."

 

NICHELMANN, Christoph: Die Melodie nach ihrem Wesen sowohl, als nach ihren Eigenschaften.

Dantzig 1755